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Die Gedichte


Jeder

(Lizella)

Was sie sehen

(Lizella)

Bedeutung der Farben
(Lizella)

Im Nebel
(Hermann Hesse)

Sad Truth

(Aydin)

Nicht ....

(Samantha Black)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Jeder"


Jeder liebt die Sonne,

aber hasst den Regen.

Jeder freut sich bei Tag,

aber fürchtet die Nacht.

Jeder betet zu Gott,

aber verflucht den Teufel.

Jeder streichelt das Kätzchen,

aber verjagt den Raben.

Aber was ist mit dem,

der in dunkelster Nacht

im strömenden Regen steht

und mit einem Raben auf der Schulter

nur mehr an den Teufel glaubt?

Jeder wird ihn fürchten,

aber keiner wird ihn verstehen.

 

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"Was sie sehen"


Sie sehen die Wut,

aber nicht den Schmerz.

Sie spüren die Bitterkeit,

aber nicht die Trauer.

Sie fürchten den Hass,

aber nicht die Angst.

Sie fühlen den Ärger,

aber nicht die Einsamkeit.

Sie beachten die Hülle,

aber nicht das Herz.

Sie bemerken das Monster,

aber nicht den Menschen.

 

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"Bedeutung der Farben"


Weiß - wie die Unschuld,

die ich nie gekannt habe.

Gelb - wie das Licht

das ich nie gefunden habe.

Rot - wie das Blut,

welches ich zum Rinnen brachte.

Grün - wie der Lichtblitz,

mit dem die Tapferen getötet werden.

Blau - wie der Himmel,

der alles beobachtete.

Grau - wie die Schatten,

die mich immerzu verfolgen.

Schwarz - wie die Finsternis,

in der ich lebe.

 

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"Im Nebel"


Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war;
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen andern ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist Einsamsein.
Kein Mensch kennt den andern,
Jeder ist allein.

 

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"Sad Truth"


Liebe - unerreichbar fern.

Freundschaft - zerbrochen.

Vertrauen - zerstört.

Hass - entbrochen.

Ich habe euch gesagt:

Ich bin für euch da.

Aber mich gefragt:

Seid ihr das für mich?

Mir fiel es nicht leicht, die Fragen zu stellen.

Zu beantworten traute ich sie mich nicht.

Ich helfe euch, bei Entscheidungen und Verantwortungen zu übernehmen.

Aber tut ihr das denn bei mir?

Kennt ihr das Wort "Einsamkeit"?

Ein Wort.

Ein Nomen.

Doch die Bedeutung?

Nicht schön.

Nicht angenehm.

Wie das Gefühl, dass sie auslöst-

ebenso kalt und erbramungslos, wie auch wahr.

Wisst ihr, welches Gefühl es ist, die Einsamkeit zu fühlen?

Nein, ihr wisst es nicht.

Denn ihr seid Freunde.

Ich seid nicht alleine.

Ihr seid ihr.

***

Für Aurélia, die die Story gelesen hat. Danke Auri. Nicht nur, dass du mich so oft aufmunterst, sondern für alles.

 

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"Nicht..."


Nicht warm.

Kühl?

Nein.

Kalt?

Eiskalt.


Nicht Hell.

Dunkel?

Nein.

Schwarz?

Rabenschwarz.


Nicht satt.

Hungrig?

Ja.

Durstig?

Ja.


Es ist nicht angenehm.

Unangenehm?

Nein.

Schmerz?

Höllenschmerzen.


Süß.

Zucker?

Nein.

Träume?

Der Tod.

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Zucker?

Nein.

Träume?

Der Tod.

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Des Bodens Ernte


Einst’ge Nähe machte kalter Ferne Platz.

Risse hatten sich auf dem fruchtbaren Land gebildet.

Weitere Dürren hatten sie vergrößert,

Entstandene Schluchten die Ernten zerstört,

Verschwundene Erde zu Mauern aufgetürmt.

Keiner hätte die Kraft gehabt, sie zu durchbrechen.

Hätte...

Niemand versuchte, sie zu zerstören, ...

Sie zu erklimmen, ...

Zu mir zurück zu gelangen.

Zu Staub wurde das fruchtbare Land, dass einst’ge Nähe genährt hat.

Und alleine werde ich den ausgetrockneten Boden nun wässern.

Doch woher das Wasser nehmen?

Ich besitze keines mehr ...

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Schlaf


Ich bin müde…
So müde…
Am liebsten würde ich mich einfach fallen lassen.
Fallen leise in das warme, weiche Bett.
Mich unter der Decke verstecken, nie wieder hervorkommen.
Mich vor der Welt verborgen halten.
Die Realität verleugnen.
Ich will sie nicht wieder sehen.

Es ist so schön warm hier.
So weich.
Ich fühle mich geborgen, obwohl ich allein bin.
Nur unter Menschen ist man einsam.

Aber ich kann mich nicht fallen lassen.
Niemand würde mich auffangen.
Dort ist kein weiches Bett.
Dort ist nur ein schwarzer Abgrund.
Tief.
Dunkel.
Kalt.
Mich anziehend.
Verschlingend.

Ich gehe näher heran.
Oh süße Freiheit, die mich lockt.
So einfach wäre es.
Sich fallen lassen.
Fliegen….
Fliegen ist Freiheit.
Ich weiß es, habe es immer so empfunden.
Und ich wollte immer in Freiheit sterben.
Nicht durch die Hand von Mördern,
Verräter,
Feinden,
Freunden.

Oh Dunkelheit, was ist nur so anziehend an dir?
Diese angenehme Schwärze?
Wieso ist es plötzlich so warm bei dir?
Wieso sieht dein endloser Schlund plötzlich so weich aus?

Ich sehne mich nach Geborgenheit, Wärme, Ruhe.
Wieder scheint mich die Dunkelheit zu locken,
zu umschwärmen.

Das Bett ist so weich.
So warm.
Ich fühle mich geborgen.
Ich sehe auf dieses anziehende Wesen herab.
Die Bettwäsche ist warm.
Ich bin so müde.
Will endlich schlafen.

Ich öffne meine Augen und das Bett ist aus meinen Gedanken verschwunden.
Der Abgrund wartet geduldig auf mich.
Oh angenehmen, dunkle Wärme.
Ich gehe näher heran.
Ich will endlich schlafen.
Ruhe finden.

Wen interessiert die Farbe des Stoffes, der mich umarmen wird?

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