Die Würfel sind gefallen
Bisher gelang es mir immer, ihn zu schlagen. Ich weiß nicht wie, doch das Gefühl des Triumphes stand immer mir zu. Ich habe gelitten, ja, doch ihm ging es genauso.
Der Geruch von Schimmel und die Nässe in diesem alten Gemäuer ist seit vielen Wochen mein ständiger Begleiter. Und natürlich meine Männer, meine Truppe. Vier Männer, die sich gegen Voldemort behaupten.
Wie viel Zeit mag vergangen sein, seit es ihm gelang, mich zu entführen, mich aus der Obhut meines Patenonkels zu entreißen, und mich in diese abgelegne Gegend zu verfrachten. Ich weiß es nicht, ich habe jegliches Zeitgefühl verloren. Ich schlafe nicht, ich esse nicht…nein, ich kämpfe nur, zusammen mit meinen Männern. Niemand scheint zu wissen, dass wir hier sind. Niemand kann mich retten…niemand kann uns retten.
Ich bin völlig erschöpft, meine Hände zittern. Jeder Schritt muss genau durchdacht werden, ein Fehler kann meinen Untergang bedeuten.
Nein! Ich war unachtsam, einer meiner Männer ist gefallen…Tränen des Schmerzes schießen mir in die Augen. Er war so nah dran…und nun? Steht er – und somit ich – wieder am Anfang. Ich bin völlig durcheinander, denke aber meine nächsten Schritte gar nicht nach. Ein verhängnisvoller Fehler.
Voldemort sieht mich an, Schmerz schießt in meine Narbe. Er hebt die Hand, lässt die kostbare Fracht darin fallen. Dies könnte alles entscheiden. Ich werfe einen Blick auf meine Männer, ihre grasgrünen Umhänge heben sich deutlich von den blutroten der Männer Voldemorts ab.
Mein Kopf dröhnt, ich habe die Fäuste geballt. Ich sehe Voldemort an, sehe Triumph in seinen Augen. Nein! Ich bin schon so weit gekommen, jetzt kann nicht alles vorbei sein…Ich kämpfe weiter, sehe vor meinem geistigen Auge die Gesichter meine Freunde. Sirius. Ron. Hermine. Ginny.
Was würden sie wohl denken, wenn sie mich jetzt so sehen könnten?
Voldemort lächelt, eines der grausamsten Lächeln, die ich je sah. Er weiß, dass er fast gewonnen hat, er merkt, dass ich am Boden liege.
Ich schließe für einen Moment die Augen, sehe nichts mehr, will nie wieder sehen. Wie konnte das passieren?
Doch ich weiß, Voldemort wird nicht zulassen, dass ich wegsehe, er will, dass ich meinen Untergang betrachte.
Langsam, ganz, ganz langsam hebt er die Hand. Mir scheint, jemand habe die Zeit angehalten. Ich wünschte, dem wäre so und Voldemort könnte dies hier nie beenden. Doch schließlich muss ich mit ansehen, wie der Dunkle Lord seinen letzten rot bekleideten Mann auf das letzte Feldchen schiebt.
Nun ist es vorbei.
Ich bin erledigt.
„Mensch, ärgere dich nicht!“ zischt Voldemort und wieder zeigt er mir sein grausames Lächeln.
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