Alles hat einmal ein Ende



    "Die Schreie einer Milliarde getöteter Sterne strafen die Stille der Nacht lügen,
    während wir uns verzweifelt an die umherwirbelnden Steine klammern,
    die wir Welten nennen."

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    Nie wieder furchtsame Nächte.

    Nie wieder Angst, meinen Verstand zu verlieren.

    Nie wieder die ausweglose Suche nach irgendwelchen Lügen.

    Wer ich bin?

    Ich bin Sirius.

    Sirius Black.

    Und man hält mich für einen Mörder.

    Ich habe jahrelang in der Hölle auf Erden sitzen müssen, Tag für Tag und Nacht für Nacht. In eiserner Kälte und unnachgiebiger Finsternis.

    Ich war allein.

    Allein. Nur mit meinen Gedanken.

    Und den seelenlosen Monstern, die ebendiese benötigen, um zu leben.

    Aber meine Seele haben sie nicht bekommen.

    Ich habe keinen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Ich habe nicht nachgegeben.

    Ich weiß bis heute nicht genau, wieso ich an diesem Ort der Qualen, die die Grenzen des menschlichen Ertragens bei Weitem übersteigen, überlebt habe.

    Vielleicht, weil ich unschuldig bin.

    Wer ich bin?

    Ich bin Sirius.

    Sirius Black.

    Und ich bin unschuldig.

    Aber niemand wollte mir glauben.

    Wie schnell man in dieser Welt fallen konnte.

    Gestern stand ich noch hoch oben auf dem Rad des ewigen Glücks.

    Angesehen. Geliebt.

    Und heute befinde ich mich ganz unten. Ich bin gestürzt.

    Ausgestoßen. Gehasst.

    Ja, so schnell kann das gehen.

    Das Rad hat sich gedreht und ich bin gefallen.

    In grenzenlose Tiefe.

    So sehr habe ich all die Jahre gehofft, endlich aufgefangen zu werden. Dass irgendetwas meinen Fall stoppen lässt, aber dem war nicht so.

    Ich habe lange gebraucht um zu verstehen, dass nur ich meinen Fall aufhalten kann.

    Ich allein.

    Und als ich es begriffen hatte und endlich harten Boden unter meinen Füßen fand, fing das Rad an sich zu drehen.

    Langsam. Sehr langsam. Aber nach oben.

    Ich war voller Hass.

    Ich bin es auch heute noch. Aber ich habe gelernt, meinen Hass zu kontrollieren.

    Mein Hass gilt ihm. Jener Junge, von dem ich dachte, er sei unser Freund.

    Doch er hat uns verraten.

    So klein und hilflos er auch wirkte, er war letztendlich gerissener als wir alle zusammen. Er hat unserer Freundschaft, von der wir dachten, sie würde ewig halten, ein Ende gesetzt. Einfach so. Ohne Gewissensbisse.

    Und ich war so töricht und hatte ihm Vertrauen geschenkt.

    Er hat James auf dem Gewissen. Und Lily.

    Mir hat er die besten Jahre genommen, mit dem Wissen, dass durch meinen fatalen Fehler mein bester Freund ermordet wurde.

    Wie sorglos wir doch einst waren.

    Und wie hart uns das Leben gezeigt hat, dass gar nichts in den Weiten der Zeit sorglos war. Alles hat einmal ein Ende.

    Auch eine Freundschaft.

    Eine Freundschaft, von der ich dachte, sie sei wahr.

    Oh ja, ich hasse ihn.

    Ich war so voller böser Gedanken, dass mir kein lieblicher mehr blieb. Vielleicht hat das meine Seele gerettet.

    Meine grausamen Wächter sogen jeden glücklichen Gedanken aus einem heraus. Und mir konnten sie nichts stehlen, weil ich voller Boshaft und voller Zorn war.

    Und Hass.

    Außerdem war ich trotz allem unschuldig.

    Nicht ich war es, der James verraten hatte. Und wie konnten sie mich zerstören, wenn ich wusste, dass keine Schuld bei mir lag?

    In der langen Zeit der Gefangennahme, die mir wie eine Ewigkeit vorkam, lernte ich nicht meinen Hass zu zügeln. Aber ich lernte geduldig zu sein.

    Rachegefühle kamen auf.

    Süße Rachegefühle.

    Ja, ich wollte ihn tot sehen. Durch mich beiseite geräumt.

    Ich wollte ihn packen und seine Seele aus ihm herausprügeln.

    Seinen letzten Lebensfunken zerstören.

    So floh ich.

    Ich entkam der Hölle der Finsternis und es trieb mich zu ihm.

    Zu dem Verräter. Zu dem Feigling. Zu Peter, der unserer aller Freundschaft ein jähes Ende gesetzt hatte. Für immer.

    Wir hätten ihn vor Voldemort beschützt. Warum hat er es nicht begreifen können? Wir wären für ihn gestorben. Wieso hat er es nicht für uns tun können? Waren ihm die langen Jahre unserer Freundschaft nichts wert?

    Aber es war zu spät. Zu spät, um es zu verhindern, weil es schon längst geschehen war. Zu spät, um irgendetwas zu begreifen.

    Was zählte, war nur der unsägliche Durst meiner Rache.

    Und ich fand ihn.

    Mein Herz drohte vor lauter Gier zu zerreißen, als er endlich vor mir stand.

    Wimmernd. Um Gnade flehend.

    Ja. Dieser Bastard bereute seinen Verrat noch nicht einmal. Er war nur um Rettung seiner eigenen Haut bemüht. Kein schlechtes Gewissen. Keine tiefe Reue, die seine Seele zerfraß, weil er James verraten und unsere Freundschaft zerstört hatte.

    Ich wollte ihn töten.

    Doch Harry zuliebe tat ich es nicht.

    Als die Chance endlich da war, endlich, nach all den Jahres der Hölle, hinderte Harry, das einzige Kind meines besten Freundes, mein Patenkind, mich mit einer bittenden Geste daran, den Verräter seines Vaters zu töten.

    Er wollte Gerechtigkeit walten lassen.

    Er wollte Peter zu diesem Ort der Grausamkeiten schicken, aus dem ich geflohen war.

    Und ich gab nach.

    Ohne meine Rachegefühle aufzugeben.

    Peter war entkommen. Die listige Ratte hatte sich in einem günstigem Augenblick fortgeschlichen.

    Und nun weiß ich, dass ich nie wieder die Chance vergeben werde, wenn Schicksal und Zufall sich als gütig erweisen und ich wieder vor ihm stehe. Dann werde ich ihn töten. Er hätte sich stellen können, als wir ihn hatten. Aber er ist geflohen. Beim nächsten Mal wird es kein Entkommen geben.

    Wer ich bin?

    Ich bin Sirius.

    Sirius Black.

    Und ich will Rache.

    Das Leben steckt voller Grausamkeiten, dass man das Schöne nur selten genießt.. Und erst, wenn es einem weggenommen wird, wird es einem bewusst.

    Meistens ist es dann zu spät.

    Ich empfinde die Rache als das Schönste der Welt. Und ich werde niemals zulassen, dass man sie mir wegnimmt, ehe ich die Chance hatte, sie auszukosten.

    Rache für James. Rache für unserer zerstörte Freundschaft. Rache für Remus und für mich.

    Genugtuung. Ich will Genugtuung.

    Ich weiß nicht, was James an meiner Stelle getan hätte.

    Er und Lily leben nur noch in meinen Erinnerungen und ich weiß, dass ich sie niemals vergessen werde. So wie ich niemals die Zeiten unserer unzerstörbar geglaubten Freundschaft vergessen werde.

    Ich werde Peter finden. Und ihn töten. Egal um welchen Preis.

    Sollte es den Verlust meiner Seele bedeuten, ich nehme es in Kauf.

    Hauptsache, ich werde derjenige sein, der ihn tötet. Hauptsache, er stirbt mit dem Wissen, dass ich, sein einstiger Freund, ihn getötet habe.

    Sollte es meinen Tod bedeuten, ich würde es trotzdem tun.

    Auch mein Leben währt nicht ewig und ich würde zufrieden sein, wenn ich wüsste, dass ich Peter umgebracht habe und somit Gerechtigkeit habe walten lassen.

    Wer ich bin?

    Ich bin Sirius.

    Sirius Black.

    Und alles hat irgendwann einmal ein Ende.

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    "Wahre Freundschaft hält jedoch ewig
    und wird durch nichts zerstört.
    Selbst der Tod mag kommen,
    freundschaftliche Bande zerreißen auch nicht,
    wenn sie sich in verschiedenen Welten befinden.“






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