Die Schatten werden länger
Prolog
Zeit, dass wir uns endlich sprechen,
Zeit, das Schweigen zu durchbrechen,
du kennst mich.
Ja, du kennst mich.
Weißt du noch, du warst ein Knabe,
als ich dir versprochen habe:
Dass ich dir immer nah’ bleib.
O, ich hab dich nie vergessen,
meinen Freund,
nachdem ich rufe,
wenn mich meine Ängste fressen.
Ich kam, weil du mich brauchst.
Die Schatten werden länger
und doch bleiben alle blind und stumm.
Zum Klang der Rattenfänger,
tanzt man wild ums gold’ne Kalb herum.
Die Schatten werden länger.
Es ist fünf vor zwölf.
Die Zeit ist beinah’ um.
Zeit, den Riss der Welt zu sehen.
Könnt’ ich nur das Steuer drehen.
Doch ich muss daneben stehen.
Man bindet mir die Hände.
Nichts ist schlimmer als zu wissen,
wie das Unheil sich entwickelt.
Und voll Ohnmacht zuseh’n müssen.
Es macht mich völlig krank.
Die Schatten werden länger.
Und die Lieder werden kalt und schrill.
Der Teufelskreis wird enger,
doch man glaubt nur,
was man glauben will.
Die Schatten werden länger.
Es ist fünf vor zwäölf.
Warum hält jeder still?
Was hält dich zurück?
Dies ist der Augenblick.
Greif nach der Macht!
Tu es aus Notwehr!
Notwehr?
Die Schatten werden länger.
Was gescheh’n muss,
das muss jetzt gescheh’n.
Der Teufelskreis wird enger.
Man muss dem Unheil widersteh’n.
Die Schatten werden länger,
Harry Potter wird der Zeit entgegen geh’n.
***
Er konnte nichts in der Dunkelheit erkennen, selbst wenn er seine Brille aufgehabt hätte.
Er saß auf einer alten Decke, die die Kälte des eisigen Steines, auf dem sie lag, nur bedingt abschirmte.
Er fror nicht, was er dem Hochsommer zu verdanken hatte, doch warm war ihm nicht wirklich. Abgesehen davon, dass der eher feuchte Raum nicht zum Wohlfühlen beitrug.
Scherben zerbrochener Flaschen lagen im Raum zerstreut und eine besonders Große hatte er in seine Ecke gelegt, wenn er den Beweis, dass er noch lebte, wieder einmal benötigte, was nicht selten vorkam.
Plötzlich zuckte er zusammen, als die in der Stille lauten Geräusche von dem Öffnen der vielen Schlösser, die die Tür, die aus dem Keller führte, erklangen. Mehrmals fiel der Schlüssel zu Boden und Flüche erklangen und hasserfüllt richteten sich grüne Augen auf die Stelle, wo nun ein Lichtstrahl hin schien.
Er war wieder betrunken.
Schwere Schritte, die unsicher auf den hölzernen Stufen erklangen, kamen langsam immer näher, ein leichter Lichtschein zeigte das Ende der Treppe auf.
Vernon Dursley stand schließlich leicht wankend mit einer Rumflasche in der linken Hand am Ende der Treppe und schaute sich etwas desorientiert im dunklen Keller um, bis sich seine Augen langsam der Dunkelheit angepasst hatten und er in seiner Ecke gekauert sein Opfer erkannte, was sich jetzt jedoch trotzig aufrichtete und ihn aus hasserfüllten Augen ansah.
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